„Wie Kain nach Abel gefragt wurde,

so werden auch wir

nach unseren Brüdern,

den Tieren gefragt werden.“

– Isaac Bashevis Singer –

 

Aus dem Herzen:

Eine Vorahnung von Gerechtigkeit.

 

Reflexion:

Wo ist dein Bruder?

Wo ist deine Schwester?

 

Hintergrund:

Émile Zola schreibt:

„Warum gibt es mir einen Ruck im Herzen,

wenn ich in unseren geräuschvollen Straßen

einem verlaufenen Hund begegne?

Wenn ich das Tier hin und her laufen,

jedermann beschnuppern sehe,

augenscheinlich trostlos, weil es

seinen Herrn nicht wiederfinden kann:

Warum verursacht mir dies ein solches

Mitleid, eine solche Herzbeklemmung …?

Warum verlässt mich

die betrübende Erinnerung

an den verlaufenen Hund bis zum Abend,

bis zum nächsten Tag nicht mehr?

Warum kehrt sie in einer Aufwallung

brüderlichen Mitgefühls wieder,

in der Sorge zu wissen,

was das Tier macht, wo es ist …?

Warum habe ich in meinem Gedächtnis

die tieftraurige, von Zeit zu Zeit auflebende

Erinnerung an herrenlose Hunde bewahrt,

die ich vor zehn, vor zwanzig Jahren getroffen?

Warum versetzt das Leiden eines Tieres

mich in eine solche Bestürzung?

Warum kann ich den Gedanken nicht ertragen,

dass ein Tier leidet, so dass ich des Nachts,

im Winter aufstehe, um mich zu überzeugen,

ob meine Katze auch ihre Schale Wasser hat?

Warum sind alle Tiere der Schöpfung

meine kleinen Anverwandten?

Warum erfüllt mich der bloße Gedanke an sie

mit Erbarmen, Duldsamkeit und Liebe?

Warum zähle ich alle Tiere zu meiner Familie,

gerade so wie die Menschen?“